Trau dich!

von Daniela Leutgeb, WisR-Ideenspeicherin

1. Mut zur Lücke im Lebenslauf

Ein Thema, das oft diskutiert wird ist die Lücke im Lebenslauf. Wenn sich jemand nach Abschluss seines Studiums bei einem Arbeitgeber bewirbt und im Lebenslauf steht bei der Schulausbildung „7 Jahre Handelsakademie“, kann sich jedermann ausrechnen, dass der Kandidat zwei Mal wiederholt hat. Schlimmer wäre es aber wahrscheinlich, wenn für den Zeitraum von zwei Jahren gar nichts dort stünde, also der Lebenslauf eine Lücke aufweist. Man sollte bei der Wahrheit bleiben und - falls man vom Recruiter eine Chance erhält - einfach begründen, warum man länger gebraucht hat. Bei reiferen Menschen ist der Lebenslauf wahrscheinlich umfangreicher und es kann auch sein, dass er Lücken aufweist.

Aber je älter man wird, desto leichter fällt es einem, zu diesen Lücken zu stehen. Was ist schon dabei, wenn man sich mit 40 Jahren eine Auszeit genommen hat, um mit einem VW Bus für 8 Monate die halbe Welt zu bereisen? Nichts. Oder im Gegenteil sehr viel, denn die auf dieser Reise gesammelten Erfahrungen und Lebensweisheiten können durchaus das zukünftige Berufsleben bereichern.

Und was ist dabei, wenn man seit einiger Zeit ohne Job ist, weil man ein gewisses Alter erreicht hat? Jemand der mit 50+ oder 60+ ein Bewerbungsschreiben verfasst gehört wahrscheinlich zu den Menschen, die wirklich arbeiten wollen.


2. Stärken-Schwächen Analyse

Eines steht fest: bevor man sich für einen Job in der Pension bewirbt, muss man selbst Kenntnis davon haben, welche Leistungen man anbieten kann oder möchte und um das herauszufinden, sollte man unbedingt eine Stärken-Schwächen (oder SWOT) Analyse durchführen. Hierfür kann man sich auch Unterstützung von Freunden oder beratenden Unternehmen holen. Das Wichtigste an diesem Teil des Bewerbungsprozesses ist natürlich, die Erkenntnis der eigenen Stärken aber vor allem auch der eigenen Schwächen. Denn genau dort gibt es meistens Entwicklungspotential und vielleicht kristallisieren sich auch Dinge heraus, die man gerade in der Pension noch lernen möchte…


3. Herausforderungen annehmen

Nach der Stärken-Schwächen Analyse wird sich mit Sicherheit die Frage stellen: wie weit will ich gehen oder über meine Grenzen hinauswachsen? Wieviel bin ich bereit noch dazu zu lernen und meinen Horizont zu erweitern? Und wie wichtig ist mir das alles? Wie hoch kann mein Engagement sein und wie viel Verantwortung bin ich bereit, zu übernehmen? Wenn man eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhält, sollte man auf jeden Fall die Chance ergreifen und sich zumindest einen Überblick verschaffen, bevor man etwas ablehnt ohne Genaueres darüber zu wissen.


4. Niederlagen einstecken

Wenn man dann einen Job in Aussicht hat und ungeduldig auf eine Zusage wartet kann es manchmal auch vorkommen, dass der potentielle Arbeitgeber sich für einen anderen Bewerber entscheidet. Und das ist nicht nur bei Silver Agern so. Rückschläge gibt es immer wieder im Leben und man muss damit rechnen und lernen, damit umzugehen. Natürlich darf man nicht den Kopf hängen lassen, denn das merkt der nächste potentielle Arbeitgeber beim Vorstellungsgespräch garantiert, dass man nicht topmotiviert ist.
Deswegen: Kopf hoch, Krone richten und durchstarten…


5. Authentisch bleiben

Eines steht jedenfalls fest: wenn Du zu jenen Silver Agern gehörst, die arbeiten wollen und das eigentlich nicht müssen, dann solltest Du nur das tun, was Dir nicht widerstrebt. Vergiss nicht, dass andere von deinen langjährigen Erfahrungswerten profitieren können und verkaufe dich nicht unter deinem Wert. Bewahre dir deine Authentizität, sei selbstbewusst und emanzipiert. Du bist im Besitz dieser kostbaren, unbezahlbaren Lebenserfahrung, die dir niemand mehr wegnehmen kann.